VionetoVioneto
Zurück zum Magazin

VIONETO MAGAZIN Video gestalten

Raumton aufnehmen: kleine Pausen im Videoton sauber vorbereiten

Ein kurzer Raumton am tatsächlichen Drehort kann beim Dialogschnitt helfen. So bereitest du eine passende Aufnahme vor und unterscheidest sie von digitaler Stille.

Zwei Arbeitskarten: Am Drehort den Raumton bei gleichem Aufbau ohne Dialog aufnehmen und Störungen notieren; im Schnitt einen passenden Ausschnitt wählen und Übergänge anhören.
Eigener Ablaufplan, keine Raumaufnahme oder Hörmessung.Bild: Vioneto · eigene Illustration

Zwischen zwei Sätzen wird ein Versprecher herausgeschnitten. Entfernst du dabei den gesamten Ton, kann der Hintergrund abrupt verschwinden und beim nächsten Satz wieder einsetzen. Eine separate Aufnahme der Umgebung kann eine Möglichkeit sein, solche Lücken beim Schnitt bewusster zu gestalten. Ob der Übergang passt, entscheidet das Anhören im Zusammenhang.

Was mit Raumton gemeint ist

Raumton ist hier eine Aufnahme der hörbaren Umgebung am Drehort ohne die vorgesehenen Dialoge. Dazu können etwa Lüftung oder leise Geräusche des Raums gehören. Adobe ordnet solche Umgebungsaufnahmen als Ambience beziehungsweise Room Tone ein; der iZotope-Autor David Barber beschreibt, wie er Raumton bei Dialogschnitten und Szenenübergängen nutzt.

Adobe: Umgebungs- und Raumklang im Audio-Kontext

iZotope: Raumton im beschriebenen Dialogschnitt-Workflow

Raumton ist nicht automatisch „sauber“ und nicht dasselbe wie digitale Stille. Eine durchgehend auf null gesetzte Audiospur enthält in diesem Abschnitt keine aufgenommenen Hintergrundanteile. Eine Raumaufnahme enthält dagegen das, was Mikrofon und Umgebung in dieser Zeit tatsächlich liefern – möglicherweise auch störende Geräusche.

Beim Dreh eine brauchbare Probe vorbereiten

  1. Nach einer passenden Aufnahme den Aufbau möglichst unverändert lassen: Raum, Mikrofonposition, Ausrichtung und wesentliche Geräuschquellen prüfen.
  2. Alle Beteiligten bitten, kurz still zu sein; keine Dialoge oder zusätzlichen absichtlichen Bewegungen aufnehmen.
  3. Einen ausreichend langen Abschnitt der tatsächlichen Umgebung aufnehmen und dabei auf einzelne Störungen achten. Wie viel brauchbar ist, hängt vom Material und den späteren Lücken ab.
  4. Die Datei eindeutig nach Szene, Ort und Aufnahmebedingungen benennen und zusammen mit dem Projekt ablegen.
  5. Ändern sich Mikrofonposition, Raum oder hörbare Umgebung wesentlich, bei Bedarf eine weitere passende Aufnahme machen.

Ein eigenes Planbeispiel: Ein Interview findet in einem Büro mit hörbarer Lüftung statt. Nach der Antwort bleiben Mikrofon und Lüftung unverändert. Das Team nimmt einen ruhigen Abschnitt ohne Sprache auf und notiert „Büro, Mikrofon A, Lüftung an“. Das Beispiel beschreibt einen geplanten Ablauf; hier wurde kein Raum vermessen und keine Aufnahme gemacht.

Im Schnitt nicht blind auffüllen

Wähle einen passenden Abschnitt, setze ihn unter eine hörbar leere Stelle und höre den Übergang mit den Sätzen davor und danach an. Lautstärke, Klang und einzelne Ereignisse können sich unterscheiden. Kurze Übergänge oder ein anderer Ausschnitt können helfen; sie garantieren kein natürliches Ergebnis. Achte darauf, dass du nicht versehentlich ein Gespräch oder ein auffälliges Einzelgeräusch in die Lücke legst.

Eine synthetische Rauschspur ist kein Ersatznachweis für den tatsächlichen Raum. Auch eine beliebige Aufnahme aus einem anderen Raum kann anders klingen. Für sensible Aufnahmen sollten alle Beteiligten wissen, was aufgenommen wird, und die geltenden Absprachen beachtet werden.

Verständlichen Ton für Bildschirmvideos vorbereiten

Fade und Crossfade bei Tonübergängen unterscheiden

Schlagwörter

Quellen und weiterführende Informationen

  1. https://helpx.adobe.com/audition/desktop/kb/editing-using-essential-sound-panel-audition.html
  2. https://www.izotope.com/community/blog/audio-post-production-workflow-101