Ein Video zeigt Untertitel, obwohl im Player die Untertitel ausgeschaltet sind. Bevor du nach einer defekten Einstellung suchst, kläre, wo der Text steckt: Er kann bereits in die Bildpunkte des Films gerendert sein. Dann verändert der Untertitelschalter des Players diese Schrift nicht.
Für eine Lieferung sind deshalb zwei Fragen getrennt zu beantworten: Soll die Schrift immer sichtbar sein? Und auf welchem Weg erhält der Zielplayer die auswählbaren Texte? Eine Datei mit der Endung MP4 beantwortet beides allein nicht.
Drei Ausgabewege sauber benennen
Adobe unterscheidet in seiner Exportdokumentation fest in das Video gerenderte Untertitel, separate Begleitdateien und in unterstützte Ausgabeformate eingebettete Untertiteldaten. Diese Möglichkeiten sind nicht für jede Formatkombination austauschbar. Insbesondere bedeutet eine separate Textdatei noch nicht, dass jeder Empfänger sie automatisch neben dem Film abspielt.
Adobe: Ausgabe von Untertitelspuren
- Fest gerendert: Der Text ist Bestandteil der Videobilder. Du lieferst eine Fassung, in der diese Schrift sichtbar bleibt.
- Separate Begleitdatei: Video und zeitlich zugeordneter Text liegen getrennt vor. Der Veröffentlichungsweg muss diese Datei annehmen und als Spur verbinden.
- Eingebettete Daten: Die Ausgabe enthält eine unterstützte Untertitelrepräsentation. Ob sie erkannt und auswählbar ist, muss im vorgesehenen Ziel geprüft werden.
Ein eigener Satz in zwei Fassungen
Für den Vergleich haben wir ein eigenes stummes Video mit 640 mal 360 Pixeln, zwei Sekunden Dauer und 50 Bildern erzeugt. Der Satz „Eine eigene Textzeile“ gehört zum Zeitbereich von 0,5 bis 1,5 Sekunden. In der ersten Fassung liegt er als zusätzliche WebVTT-Datei vor. In der zweiten wurde er mit dem vorhandenen FFmpeg tatsächlich in die Bilder gerendert.
Im regulären lokalen Chrome hielten wir beide Videos bei einer Sekunde an. Mit sichtbarer separater Spur erschien der Satz über der ersten Fassung. Nach dem Ausschalten dieser Spur verschwand er dort. In der zweiten Fassung blieb die Schrift im decodierten Videobild sichtbar; dieser Player meldete keine zusätzliche Textspur. Die Probe zeigt den Ausgabeunterschied an einer eigenen Textzeile, keine geprüfte Sprachsynchronität oder universelle Geräteunterstützung.
Die MDN-Dokumentation unterscheidet für HTML-Textspuren die Zustände disabled, hidden und showing. Nur showing ist für die sichtbare Anzeige vorgesehen; hidden ist ein aktiver, aber unsichtbarer Zustand. Aus vorhandenen Untertiteldaten folgt also nicht allein, dass der Text gerade angezeigt wird.
MDN: sichtbare und unsichtbare Zustände einer Textspur
Mit der Aufgabe des Empfängers entscheiden
Angenommen, ein Team liefert eine kurze Vorführung für eine konkrete Veranstaltungsanlage. Dort soll genau eine deutsche Fassung gezeigt werden, und die Anlage nimmt nur den fertigen Film an. Eine fest gerenderte Fassung kann die vereinbarte Lösung sein. Prüfe sie auf genau dieser Anlage, insbesondere am unteren Bildrand und bei der vorgesehenen Anzeigegröße.
Für eine andere Veröffentlichung soll derselbe Film wahlweise mit oder ohne deutsche Untertitel laufen. Dafür ist eine auswählbare Spur die passende Zielanforderung. Frage vor dem Export, welchen Texttyp der Veröffentlichungsweg unterstützt und wie er mit dem Video verbunden wird. Die Wahl des Ausgabewegs ersetzt keine inhaltliche Korrektur der Untertitel.
Bewahre in beiden Fällen den bearbeitbaren Untertitelstand und möglichst eine geeignete Videofassung ohne diese zusätzliche Schrift auf. Eine spätere Korrektur lässt sich dann an der Textquelle vornehmen. Für eine fest gerenderte Lieferung wird anschließend eine neue Videofassung gebraucht.
Doppelte Schrift vermeiden
Besonders störend ist die Kombination aus bereits gerenderter Schrift und einer zusätzlich aktivierten Spur mit demselben Text. Beide können an verschiedenen Positionen erscheinen oder sich überlagern. Der Untertitelschalter entfernt dann nur die zusätzliche Spur. Halte deshalb in der Liefernotiz fest, ob die Videobilder selbst schon Untertitel enthalten.
- Eine Stelle innerhalb eines Untertitelbereichs aufrufen und sichtbar ein- und ausschalten.
- Bei ausgeschalteter Spur prüfen, welche Schrift im Bild verbleibt.
- Bei eingeschalteter Spur auf doppelte Zeilen und verdeckte Bildinhalte achten.
- Die tatsächlich veröffentlichte Fassung im vorgesehenen Leserweg prüfen, einschließlich verfügbarer Sprachauswahl.