Eine Kamera nimmt mit 25 Bildern pro Sekunde auf. Ist damit jedes Bild automatisch 1/25 Sekunde lang belichtet? Nicht unbedingt. Die Bildrate beschreibt, wie viele Bilder pro Sekunde entstehen. Die Belichtungszeit beschreibt vereinfacht, wie lange Licht für ein einzelnes Bild gesammelt wird. Beide Werte hängen zusammen, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Ein eigenes Rechenmodell
Bei konstant 25 Bildern pro Sekunde liegen die Bildanfänge im einfachen Modell 40 Millisekunden auseinander: eine Sekunde geteilt durch 25. Eine Belichtungszeit von 1/50 Sekunde entspricht 20 Millisekunden, 1/100 Sekunde zehn Millisekunden und 1/25 Sekunde 40 Millisekunden. Das Modell betrachtet nur diese Zeitwerte; tatsächliche Kameras und Sensoren können sich in ihrer Auslesung unterscheiden.
Nun bewegt sich ein gedachter Punkt gleichmäßig mit 400 Pixeln pro Sekunde quer durch das Bild. In zehn Millisekunden legt er vier Pixel zurück, in 20 Millisekunden acht und in 40 Millisekunden 16 Pixel. Diese Zahlen beschreiben nur den zurückgelegten Weg in einem vereinfachten Modell. Sie sind keine Messung einer Kamera und keine Vorhersage, wie genau ein reales Bild aussieht.
- 25 Bilder pro Sekunde: 40 Millisekunden Abstand im Modell.
- 1/100 Sekunde: zehn Millisekunden Belichtung, vier Pixel Modellweg.
- 1/50 Sekunde: 20 Millisekunden Belichtung, acht Pixel Modellweg.
- 1/25 Sekunde: 40 Millisekunden Belichtung, 16 Pixel Modellweg.
Ein Ausgangspunkt, keine feste Pflicht
Sony beschreibt für Video eine Faustregel, bei der der Nenner der Belichtungszeit ungefähr dem Doppelten der Bildrate entspricht. Bei 25 Bildern pro Sekunde ist 1/50 Sekunde entsprechend ein möglicher Ausgangspunkt. Das ist eine Gestaltungshilfe, kein Naturgesetz und keine Garantie für das gewünschte Ergebnis.
Sony: Grundlagen der Videoaufnahme und Belichtungszeit
Eine kürzere Belichtungszeit kann Bewegungen anders abbilden als eine längere. Gleichzeitig verändert die Einstellung bei sonst unveränderten Bedingungen die Lichtmenge; Blende, Empfindlichkeit oder Beleuchtung können für eine passende Belichtung angepasst werden müssen. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von Motiv, Licht, Gerät und gewünschter Wirkung ab.
Licht und Bewegung am echten Motiv prüfen
- Bildrate und gewünschte Ausgabe festlegen.
- Eine kurze Bewegung mit einer möglichen Belichtungszeit aufnehmen; danach bei Bedarf eine andere Einstellung vergleichen.
- Die tatsächliche Datei ansehen: Ist die Bewegung für den Zweck angenehm und sind Details ausreichend erkennbar?
- Bei künstlichem Licht auf sichtbares Flimmern oder Streifen achten und die Einstellungen unter genau diesem Licht erneut prüfen.
- Belichtung und weitere Einstellungen vor dem eigentlichen Dreh kontrollieren.
Sony nennt für bestimmte Situationen unter anderem zur Netzfrequenz passende Zeiten gegen Flimmern. Die wirksame Einstellung hängt jedoch von Lichtquelle und Aufnahmegerät ab. Eine Zahl allein beseitigt nicht jede Art von Flimmern; besonders bei modernen oder gedimmten Leuchten ist die konkrete Probe entscheidend.
Sony: mögliche Maßnahmen bei Flimmern
Den Bildausschnitt mit passenden Einstellungsgrößen planen
Die Wegstrecken sind ein gedankliches Beispiel. Hier wurden weder eine Kamera noch ein Sensor, eine Leuchte oder die tatsächliche Bewegungsunschärfe einer Aufnahme getestet.